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23.11.2019 | 15:00 Uhr
Kunstmarkt zugunsten der Paulusorgel

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Schlagworte:

Töne und Technik

Eine Orgel. Drei Dimensionen. Ein neuer Klang. Die Paulusgemeinde lässt eine neue Orgel bauen. Das mächtige Instrument, das mit zwei Fernwerken auf den Emporen die Architektur unserer Kirche aufgreift, wird derzeit von Bernhard und Benjamin Kutter im thüringischen Friedrichroda geplant und gebaut. Die Werkstatt des Vater-Sohn-Gespanns ist jung, aber nicht minder traditionsbewusst.


P1050054.JPG Es ist dieses Zusammenspiel aus Musik und Handwerk, aus Tönen und Technik, das Bernhard Kutter fasziniert. Schon damals an der Orgel in seinem Heimatdorf Kittelsthal bei Ruhla. Um sie überhaupt spielen zu können, war es immer öfter nötig, hinter die Prospektpfeifen zu schauen und zu verstehen, wie aus Luft, Holz, Metall und Leder der Klang entsteht.
Die Liebe zur Musik und zur Technik hinter dem Klang zu verbinden, gelang ihm über Umwege. Bernhard Kutter wurde 1961 geboren und verweigerte in der DDR den Wehrdienst. Ein Musikstudium war damit nicht möglich, auch alle Versuche, Orgelbau zu lernen, scheiterten. So absolvierte Bernhard Kutter nach dem Abitur zunächst eine Tischlerlehre und studierte ab 1982 Kirchenmusik und Katechetik in Eisenach. Nach drei Jahren erfuhr er, dass ein Gothaer Orgelbaumeister Mitarbeiter suchte. Kutter bewarb sich und hatte doppelt Glück: Er bekam die Stelle und gleichzeitig ermöglichte das kirchliche Seminar die Vorverlegung seines Examens. Nach zehn Jahren hatte Bernhard Kutter sein Ziel erreicht: Er war Orgelbauer.
Nach weiteren fünf Jahren wurde er Meister seines Fachs. 1991 gründete er mit zwei Kollegen die Orgelbau Waltershausen GmbH und machte sich schließlich 2005 mit Orgelbau Kutter selbstständig.

 

Hohes Maß an Individualität
enig später stieß sein Sohn Benjamin dazu. „Er ließ sich nicht davon abhalten, Orgelbauer zu lernen“, sagt Bernhard Kutter und lacht. Der Vater übertrug dem Sohn 2015 das Unternehmen und fügt an, in der Geschichte des Orgelbaus hätten Väter und Söhne, sofern sie menschlich harmonierten, kreative Phasen erlebt. Er schmunzelt. Ja, zwischen Bernhard und Benjamin Kutter stimmt die Chemie. Die beiden haben eine Arbeitsteilung gefunden, in der jeder seine Potenziale ausschöpft und keiner seine Energie verschwendet, weil er das Rad neu erfinden muss.
In einer Zeit, in der weitaus mehr Orgeln restauriert als neu gebaut werden, werfen die zwei Orgelbauer ein hohes Maß an Individualität in die Waagschale. Die Manufaktur ist einerseits bekannt für den vollen, weichen Klang ihrer Instrumente, ähnlich wie in der Spätromantik. Andererseits verlassen die beiden Männer ausgetretene Pfade und setzen technisch ungewöhnliche Ideen um.
Kirchenmusik nicht nur als Reminiszenz an die Geschichte zu verstehen, sondern sie selbstbewusst und selbstverständlich für das Hier und Jetzt zu interpretieren – dieses Verständnis eint die Orgelbauer aus Friedrichroda und unseren Kirchenmusikdirektor Andreas Mücksch. Die Orgel auf drei Standorte in der Kirche zu verteilen, ist die augenfälligste Besonderheit, aber nicht allein ästhetischen Gesichtspunkten geschuldet. Dass Musik von verschiedenen Stellen des Kirchengebäudes erklingt, ist vom Quempas-Singen bekannt. Auch gab es früher bereits Orgel-Fernwerke, die nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst negativ konnotiert wurden und schließlich in Vergessenheit gerieten. Kutters haben Orgeln ähnlichen Typs bereits im Kloster Hülfensberg und in Jena gebaut. Mit der neuen Paulusorgel fertigen sie ihr bislang größtes Instrument. Die beiden Fernwerke werden wie das Hauptwerk einen eigenständigen Charakter haben. Die Orgel auf der Südempore zum Beispiel wird sich besonders zur Begleitung des Chors eignen.
Den Bau eines Instruments vergleicht Bernhard Kutter mit dem Malen eines Bilds. Natürlich gibt es mehr als Ideen. Es existieren Pläne und technische Zeichnungen, aber wie die große, dreimanualige Orgel tatsächlich klingt, wenn sie 2.5.2021 fertig gestellt wird, das kann Kutter heute nicht sagen. „Das ist ein Reifungsprozess.“ Ein Zusammenspiel aus Tönen und Technik.

 

Katja Schmidtke


Orgelbaumeister Bernhard Kutter in der Werkstatt im thüringischen Friedrichroda. Blick in die Werkstatt: Benjamin Kutter an der Kreissäge. Der junge Mann ist seit 2015 Inhaber des Unternehmens. Thomas Wegmershausen (li.) und Bernhard Kutter im Gespräch.
Orgelbaumeister Bernhard Kutter in der Werkstatt im thüringischen Friedrichroda. Blick in die Werkstatt: Benjamin Kutter an der Kreissäge. Der junge Mann ist seit 2015 Inhaber des Unternehmens. Thomas Wegmershausen (li.) und Bernhard Kutter im Gespräch.
Thomas Wegmershausen gehört zum Mitarbeiter-Team der Orgelbau-Manufaktur Hingabe, Präzision und Erfahrung: Bernhard Kutter baut seit mehr als 30 Jahren Orgeln. Blick in die Werkstatt
Thomas Wegmershausen gehört zum Mitarbeiter-Team der Orgelbau-Manufaktur. Hingabe, Präzision und Erfahrung: Bernhard Kutter baut seit mehr als 30 Jahren Orgeln.  Blick in die Werkstatt
     Alle Fotos: Orgelbau Kutter


Eine Orgel - Drei Dimensionen - Ein neuer Klang


pau_17003_logo_neueorgel_end_kl.jpgUnser Konzept zum Bau der neuen Orgel in der Pauluskirche

  • Bau der Orgel durch Firma Kutter Orgelbau in Friedrichroda
  • 4 Manuale mit 5 Werken, 60 Register und 3.000 Pfeifen. Zusätzlich elektronische Registerund Klangfarben
  • Überarbeitung der Hauptorgel unter Beibehaltung von 25 % der vorhandenen Pfeifen und des originalen Orgelprospektes
  • Neubau zweier Fernwerke auf Nord- und Südempore
  • Orgelprospekte in Anlehnung an die Hauptorgel
  • Voraussichtliche Kosten: 800.000 €
  • Finanzierung:
    Evangelischer Kirchenkreis Halle,
    Ev. Kirche in Mitteldeutschland (EKM),
    Land Sachsen-Anhalt und Eigenmittel

Weitere Informationen: Flyer.pdf

 

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