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Gottesdienste zum "Nachsehen"

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Der aktuelle Gemeindebrief
Juni 2024 Alle...
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Die nächsten Termine:
  • 23.06.'24: Gottesdienst mit Abendmahl und Taufe (Christoph Eichert)
  • 25.06.'24: Regionaler Seniorenmusizierkreis
  • 27.06.'24: ZentralerSenioren-Gemeindenachmittag
  • 30.06.'24: Gottesdienst mit Taufe (Christoph Eichert)
Schlagworte:

Der aktuelle Wochenspruch
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Luk. 19, 10)

„Menschenskind!“, so ein Ausruf schillert zwischen Bewunderung und Entsetzen. „Menschenskind, was hast du wieder angestellt?“ - „Menschenskind, wie kommst du denn darauf?“: Das sind noch keine Schimpfwort-Sätze, aber der Vorwurf ist nicht zu überhören. Nicht „Menschenskind“, sondern „Menschensohn“ sagt Jesus von sich selbst. Ein Mensch wie alle anderen. Ein Mensch, über den andere den Kopf schütteln. Ein Mensch, dem nichts Menschliches fremd ist, auch menschliche Dummheiten nicht. Ein Mensch, der vollkommen aus dem Rahmen des Gewöhnlichen fällt. Sich daneben benimmt. Erschrecken auslöst. Ein Mensch, der nur äußerlich wie ein Mensch erscheint, aber eigentlich ist er übermenschlich: „Mit den Wolken des Himmels“ wird der Menschensohn kommen. So erzählt eine Vision des Daniel. Und der dort kommt, wird ein Herrscher sein hundertprozentig nach Gottes Willen. So ein Herrscher, wie es ihn noch nie gegeben hat. So erwarten es einige der Menschen, die Jesus zuhören. „Menschensohn“, sagt Jesus von sich. Und wie er es sagt, schwingt alles mit: Hochachtung und Schimpfwort, Überraschung und Staunen über so einen Menschen, allgemein Menschliches und Übermenschliches. Von sich redet Jesus in der dritten Person, von anderen fast wie von Dingen statt Menschen: „Das Verlorene“. Wäre das Gegenteil „das Gefundene“? Jedenfalls ist Jesus, der Menschensohn, der Suchende: Er will suchen und retten. Und er wird viele Male fündig. Er findet nicht, was sowieso schon alle wissen, nicht, was immer schon klar war. Er findet die verlorenen Hoffnungen, die niemand mehr zu hoffen wagt. Er findet den verlorenen Glauben, den niemand mehr zu glauben wagt. Vor allem aber findet er die verlorenen Menschen. Er findet die Menschen, die von anderen aufgegeben wurden. Er findet die Menschen, deren Verlust als „Kollateralschaden“ hingenommen wird. Er findet Vergessene und Übersehene. Er findet Beschuldigte und Verurteilte. Die „Normalen“ scheint er nicht zu finden. Ich halte mich aber für „normal“. Habe ich damit keine Chance bei ihm, gehöre ich gar nicht zu den Gesuchten? Manche sagen mir, ich müsste mich erst verloren geben, um gerettet zu werden. Aber ich sage mir: Ohne ihn wäre ich tatsächlich verloren. Aber nicht nur ich: auch die Menschheit, die Erde, die „geklaute“ Zukunft. Mit ihm bin ich gefunden und gerettet. Es ist nur nicht sichtbar. Aber wenn es sichtbar wird, ist das überirdisch schön.
Einen guten Sommer voller nicht aufgegebenen Hoffnungen wünscht Ihnen


Martin Herzfeld.